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Outdoorküche 1

Outdoorküche 1

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outdoorkuecheEssen oder Ernähren? 

Das ist die Grundfrage nicht nur in der Outdoor-Küche. Danach richtet sich die Zusammenstellung des Proviants und die ganze Zubereitung draußen. Wer in erster Linie aus sportlichen Gründen unterwegs ist und womöglich Rekorde aufstellen will, der hat nicht viel Zeit für Küchen-Firlefanz. Der muß sich möglichst ausgewogen und optimal ernähren, um maximale Leistungsfähigkeit zu erzielen. Wer hingegen "just for fun" draußen ist, um die Natur zu genießen und um sich am Leben zu freuen, der braucht keine Formeln und Tabellen, um hinreichend richtig ernährt zu sein. Für diese Gruppe schreiben wir hier in erster Linie. 

Manche mögen's trocken. 

"Gewicht reduzieren!", lautet die Devise bei den Kalorie-Aposteln. Die Outdoorer drehen den Spieß um, sie müssen nicht ihr eigenes, sondern das Gewicht ihrer Lebensmittel reduzieren. Bei einem Tagesbedarf von 4000-8000 Kilokalorien kommen geradezu erschreckende Futterberge zusammen. Deshalb kann auch der Fun-Trekker seinen Rucksack nicht ohne weiteres zu Hause in der Speisekammer oder am Kühlschrank füllen. Die Lebensmittel dort enthalten nämlich vor allem eins:Wasser! Bei Obst und Gemüse sind es 80-90% oder sogar noch mehr und selbst frisches Brot hat einen Wasseranteil von immerhin 40 - 45 %. Allein durch das Trocknen reduziert man das Gewicht seines Proviants also auf einen Bruchteil. Und warum soll man kiloweise Wasser herumbuckeln, wenn man es unterwegs aus dem nächsten Bach schöpfen kann? Klar also, daß sich verderbliche Frischwaren und Konserven schon aus Gewichts- (sprich Wasser)gründen von selbst verbieten. Es gibt heute kaum mehr ein Nahrungsmittel, das nicht in getrockneter Form erhältlich wäre: vom Dörrobst und den Hülsenfrüchten über Milch- und Eipulver bis zur kompletten Fertigmahlzeit. Das Trocknen macht die Lebensmittel überdies sehr lange haltbar. Es ist eine der schonendsten Konservierungsmethoden überhaupt. Und durch verbesserte Verfahren des Dehydrierens (= Wasserentziehen) schmecken selbst die Fertiggerichte nicht mehr wie aus der Apotheke.Übrigens: Wer getrocknete Lebensmittel sucht, die der Markt nicht bietet, der Industriequalität mißtraut oder einfach Freude am Probieren und Experimentieren hat, kann die verschiedensten Lebensmittel auch problemlos selber trocknen. 

Proviantliste 

Nach einigen Rechnereien - müßten folgende Proviantmengen zwei Personen für 14 Tage genügen. Natürlich müssen Mengen und Zusammenstellung je nach Wetter Art der Tour und individuellem Geschmack variiert werden. Die aufgeführten Lebensmittel liefern pro Tag gut 4000 kcal und sind hinsichtlich der Nährstoffe ausgewogen. Sie wiegen zusammen ca. 24 kg, also 12 kg pro Person, was für Wanderer gerade noch tragbar ist, und ca.0,86 kg pro Kopf und Tag. 
Butter, Margarine, Bratfett, Speck bei heißem Wetter reduzieren oder ganz weg lassen (zum Kochen und Braten evtl.Öl in einer dicht schließenden unzerbrechlichen Flasche); im Winter eher etwas mehr Fette. 
Mehl 4,0 kg Reis, 1,0 kg Teigwaren ,1,0 kg Kartoffeln, dehydriert (Pulver, Scheibchen), 0,5 kg Suppen 10 Beutel (ca. 0,5 kg), Fertigeintopf 5 Beutel (ca. 0,3 kg), Soßen 5 Päckchen (ca. 0,15 kg), Brühwürfel 10 Stück (ca. 0,25 kg), Tomatenmark 3 Tuben (ca. 0,6 kg), Trockengemüse 0,4 kg, Bratfett (Hartfett) 1,0 kg), Butter oder Margarine 1,5 kg Vollmilchpulver 1,0 kg, Eipulver 0,4 kg Speck (durchwachsen, geräuchert), 1,5 kg Dauerwurst, 1,0 kg Hartkäse, 1,0 kg Marmelade (oder Honig), 0,5 kg Zucker, 1,0 kg Haferflocken, 2,0 kg Trockenfrüchte, gemischt, 1,0 kg Nüsse, gemischt, 1,0 kg Schokolade, 0,6 kg Salz, 0,2 kg Kaffee, instant, 0,2 kg Tee, 0,2 kg Kakao, 0,5 kg Getränkepulver, 0,5 kg Backpulver, 0,15 kg Trockenhefe, 30-50 g Gewürze nach Geschmack l J wenn man das Fett vom Speckbraten sammelt, 

Fertigfutter. 

20 Grad Frost und ein heulender Schneesturm! Nach einem mörderischen 12-5tunden-Marsch schleppen Sie sich erschöpft in einen dürftigen Windschutz. Ein lautes knurren übertönt den Sturm. Ihr Magen! Klar wie Fleischbrühe: auf Eßkultur werden Sie jetzt pfeifen Futter muß herl Viel und heiß! In solchen Lagen sind die unter der Bezeichnung "Bergsteiger-" oder "Trekkingnahrung" angebotenen Fertiggerichte nicht nur Gold wert, sondern können buchstäblich Leben retten. Auch wenn es nicht gar so knüppeldicke kommt, ist man an manchem Abend sicher dankbar für diese "AufgußMenüs". Sie sind extrem schnell, einfach und energiesparend zubereitet: kochendes Wasser drübergießen, ein paar Minuten ziehenlassen - Mahlzeit! Dabei schmecken sie noch nicht mal übel. Zumindest wenn man sie nicht über längere Zeit essen muß, kann man nicht meckern. Und gegen die zu kleinen Portionen helfen Doppelpacks. Billig ist der Spaß allerdings nicht: für einen kompletten Tagesbedarf kommen rasch 60-90 Märker zusammen. Und dafür könnte man anderswo nobel im Restaurant dinieren. Außerdem ist das "Aufgießen" natürlich nicht halb so spaßig wie eine genüßlich zelebrierte Koch-Session! Fazit: Je nachdem, wieviel Zeit und Energie unterwegs zum Kochen bleibt, kann man durchaus einen Anteil seines Proviants in Form von Fertiggerichten mitnehmen. Einige wenige als Notration auch auf einfache Touren und umso mehr davon, je "dicker" es kommt. 

Trail Snaks: Von der Hand in den Mund 

Was im Alltag als Inbegriff für mangelnde Vorausplanung gilt, ist auf dem Trail eine wichtige Strategie: von der Hand in den Mund leben. Der "Trail Snack" ist der Imbiß für den (manchmal gar nicht so kleinen) "Hunger zwischendurch" - er gibt "die verbrauchte Energie zurück" (auch wenn einem "frische" lieber wäre).Doch Werbe-Schmarr'n beiseite: bei körperlicher Aktivität in Wind und Wetter ist die Bedeutung solcher Snacks für die Erhaltung von Energiepegel und Leistungsfähigkeit kaum zu überschätzen. Ernährungswissenschaftler haben festgestellt, daß der Nachschub an Kohlenhydraten möglichst rasch kommen sollte. Je länger man den Körper darauf warten läßt, umso länger braucht er zur Regeneration, und innerhalb weniger Tage kann er über die Hälfte(!) seiner Leistungsfähigkeit verlieren. Das aber bedeutet nicht nur, daß man sich schlapper fühlt - nein, die Schwächung des Körpers wird auch das Risiko einer lebensgefährlichen Unterkühlung drastisch erhöhen! Trail Snacks sind daher (über-) lebenswichtig und müssen gehörig Kohlenhydrate enthalten - hauptsächlich Fruchtzucker, der rasch ins Blut übergeht und die "Batterien wieder auflädt" - sowie Mineralien, um die Verluste durchs Schwitzen zu ersetzen. Ideal sind Trockenfrüchte, aber auch Müsli oder Müsliriegel mit Fruchtanteil sind nicht schlecht. Man trägt sie in der Außentasche des Rucksacks, so daß sie bei jeder Rast griffbereit sind, oder man knabbert sie auf dem Marsch direkt aus der Jackentasche und ohne anzuhalten. 

packen und sichern 

So weit, so gut - die "Futtermittel" wären eingekauft. Will man sie aber im Rucksack verstauen, so merkt man flugs: Die Verpackungen sehen prima aus, nehmen aber viel Platz weg. Reis und Kakao rascheln in großen Pappschachteln mit viel Luft drin rum, Mehl und Zucker stecken in empfindlichen Papiertüten, und die Marmelade ruht in schweren Gläsern, die kein Muli schleppen mag. Umpacken! lautet die Devise. Die meisten Lebensmittel - Mehl, Reis, Nudeln, Haferflocken etc. - werden am besten in Nylonbeutel gefüllt, die per Schnurzug verschließbar und evtl. mit einer Plastiktüte ausgekleidet sind. Solche Beutel kann man aus verschiedenfarbigem, beschichtetem Nylonstoff leicht selbst nähen und zur leichteren Orientierung evtl. noch mit einem wasserfesten Marker beschriften (wenngleich man den Beutel meist schon von außen anfühlt, was darinnen ist). Stoffbeutel sind im Gegensatz zu Papier und Plastiktüten leicht, reißfest, wiederverschließbar und wenig feuchtigkeitsempfindlich. Gegenüber Schachteln und Dosen haben sie den Vorteil, daß ihr Platzbedarf gering ist und im gleichen Maß abnimmt wie der Inhalt. Fein, was? Hartwurst, Käse und Speck kann man in ein Tuch einschlagen, das man zuvor mit Essig getränkt und wieder getrocknet hat, um Schimmelbefall zu verzögern. keinesfalls in Plastiktüten! Flüssigkeiten wie Öl, Essig oder die beliebte "Trapper-Arznei" gehören in zuverlässig schließende, bruchfeste Alu- oder Plastikflaschen nicht in schweres Glas. Für Butter Bratfett, Marmelade u.ä. eignen sich bruchfeste Plastikdosen mit sicher schließendem Schraubdeckel (bei normalen Gefrierdosen Deckel , zusätzlich mit starkem Gummiring sichern) Alles, was auslaufen könnte (bei warmem Wetter auch Hartfett!), zur Sicherheit nochmals in Plastiktüten stecken; denn nichts ist nerviger, als wenn Klamotten und Schlafsack mit Bratfett getränkt sind (besonders in Grizzly Country!). Apropos Grizzly Country. dort gehören stark riechende Lebensmittel sofern man nicht ganz darauf verzichten kann - möglichst luftdicht verpackt: in Container oder notfalls doch in Plastiktüten (ggf vorher in ein Tuch wickeln). Ihrer Gesundheit zuliebel Manche Mühe unterwegs kann man sich ersparen, indem man zu Hause bereits mixt z.B. Mehl, Milch-, Eipulver und Salz für Pfannkuchen. Allerdings sollte man es damit nicht übertreiben, denn je weniger vorgemixt ist, desto flexibler bleibt man und desto mehr kann man unterwegs variieren. 

Pemmican 

Pemmican ist die Energieration für Nordland reisende (besonders bei kaltem Wetter) und gehört zu den nahrhaftesten Lebensmitteln überhaupt. Es gibt verschiedene.Pemmican-Versionen; eine davon wird wie folgt zubereitet: Speck wird in walnußgroße Würfel geschnitten und in der Pfanne bei mäßiger Hitze ausgelassen. Das Fett sollte dabei nicht zu heiß werden. Das Schmalz und die zurückbleibenden Speckwürfel (Grieben) werden im Verhältnis 1 :1 mit zermahlenem Dörrfleisch gemischt. Das Ganze wird, bevor das Fett fest wird, mit getrockneten Beeren und etwas Sojamehl vermischt, zu Klumpen geformt und in starken Plastikbeuteln oder einem Paraffintuch luftdicht verpackt. Salz sollte man für Pemmican besser nicht verwenden, da es Wasser zieht.Pemmican, der wie oben beschrieben verpackt ist, hält sich mehrere Monate oder noch länger. Er enthält hochkonzentrierte Nährwerte und kann über lange Zeit als einziges Nahrungsmittel dienen, ohne daß es zu Mangelerscheinungen kommt. Er kann roh gegessen werden, gebraten oder gekocht. 

Küchen-Praxis
 

Wie der kulinarische Tagesablauf des Wildnis-Travellers aussieht, ist wohl allgemein bekannt: 

Morgens - tüchtig und nicht zu knapp, reich an Kohlenhydraten und je nach Leistungslevel auch an Kalorien; bei kaltem Wetter warm und fetthaltig. Meist ist das ein Standard-Müsli mit Milch, Fruchtsaft oder heißem Kakao. Aber warum nicht einmal Haferflocken frisch in der Pfanne rösten - mit Nüssen, Rosinen und Zucker oder Honig? Oder bei kaltem Wetter heiße Pfannkuchen mit Marmelade zum Kaffee oder Bratkartoffeln, Rührei und gebratenen Speck - entweder separat oder gleich als 'Bauernfrühstück'? Man glaubt ja nicht, was unterwegs schon zum Frühstück alles schmeckt! 

Tagsüber- Trailsnacks und Imbiß ohne viel Aufwand: Müsli, Müsliriegel, Trockenfrüchte, Brotzeit, Kekse, Schokolade (theoretisch auch übrige Pfannkuchen, Bannocks etc. - falls outdoors tatsächlich einmal etwas übrigbleiben sollte). Bei kaltem Wetter läßt sich der Snack durch ein heißes Getränk (oder Fleischbrühe!) aus der Thermosflasche fantastisch aufwerten! 

Abends - dann der "große Bocuse", so umfangreich und aufwendig wie man lustig ist: Vom "Nudel-Quickie" oder dem leckeren Eintopf bis zum mehrgängigen Menü. (Und was essen wir danach?). 

Die Outdoor-Bäckerei 

Ausführliche Tips zum Kochen oder gar Rezepte würden Bände füllen. Die üblichen Standards an Suppen, Eintöpfen, Nudel- und Reisgerichten werden wohl die meisten ohne große Anleitung zuwege bringen. Nur auf das Backen, das erfahrungegemäß die meisten Schwierigkeiten macht, sollte ich vielleicht etwas näher eingehen. Was zuhause unser "täglich Brot" ist, läßt sich auf längere Touren kaum mitschleppen, denn frisches Brot ist zu schwer und nicht lange haltbar, Knäckebrot ist platzraubend und zerbröselt. Hingegen ist es überhaupt nicht schwer, unterwegs frisches Brot selbst zu backen - es müssen ja nicht die dicken runden Laibe sein, von denen sich jeder eine Scheibe abschneiden kann. Denn was man aus Pfadfinder- und Armeehandbüchern an improvisierten Backöfen kennt, das liefert viel zu starke Unterhitze und erfordert daher allerhand Geschick und Übung. Andernfalls hat das Brot unten eine schwarze Kruste und oben wackelt Teigpampe. Funktionierende Backöfen lassen sich zwar aus Steinen oder Lehm bauen, aber das kostet viel Zeit und ist für den Outdoor-Alltag weniger praktikabel.Wildnisbrot kommt daher überwiegend aus der Pfanne (wo man es drehen und wenden kann, wie man will) und hat unter dem Namen "Bannock" beträchtliche Bekanntheit erlangt. Das Grundrezept ist einfach:(Vollkorn-)Mehl, Salz und Backpulver (ca. 1 Teelöfel pro Tasse Mehl) zunächst trocken vermischen und dann mit so viel Wasser gründlich verkneten, daß man einen weichen Teig erhält, der nicht mehr zu sehr an den Fingern klebt (ggf. noch etwas Mehl zusetzen).Etwa fingerdicke Fladen formen und in der heißen leicht gefetteten Pfanne (oder auch im Fett schwimmend) ausbacken. Variieren kann man das Grundrezept tausendfältig:mit verschiedenen Mehlsorten, Haferflocken, Schrot, Kleie, Sonnenblumen- und sonstigen Kernen; mit etwas Milchpulver, Eipulver oder Butter mit gerösteten Speck- oder Wurstwürfeln, Zwiebeln, Knoblauch, Kümmel; mit Beeren, Honig, Nüssen, Sirup, Rosinen, Müsli,etc. Am besten schmeckt Bannock frisch aus der Pfanne; übrige Fladen kann man zum Frühstück am Feuer kurz anrösten. Anstatt Backpulver nehme ich als Treibmittel gern die bekömmlichere Trockenhefe (1 Beutel für ca. 4 Tassen Mehl) und lasse die ausgeformten Fladen zunächst neben dem Feuer etwas (auf-)gehen. Wer keine Pfanne oder kein Fett hat, rollt den Teig einfach zu einer daumendicken Wurst, wickelt diese um einen Stock und bäckt sein "Stockbrot" vorsichtig über der Glut oder neben(!) den Flammen. So einfach kann das sein - und sooo schmackhaft! Aufgleiche Weise kann man in der Pfanne auch einen süßen Hefeteig (mit Milch, Ei, Zucker und Butter) ausbacken, Wildnis-Pizza bereiten (den Teig am besten nach "CalzoneArt" in der Mitte umlegen, damit nach dem Wenden der Belag nicht in der Pfanne klebt) oder köstliche Kekse backen. Experimentieren sie nach Laune! 

Wildfood (hier mehr dazu)

Das "Vom-Lande-leben" muß grundtief in uns verwurzelt sein und übt eine geradezu archaische Faszination aus. Allzu wörtlich genommen ist es heutzutage freilich Unfug, denn selbst wenn man die erforderlichen Kenntnisse hat, so wäre es doch für den Tourenalltag zu zeitaufwendig. Überdies ist das Verhältnis von Outdoorern zu natürlichen Nahrungsressourcen schon kurz nach "Ötzi" dermaßen aus dem Gleichgewicht geraten, daß selbst das schönste Wildnisgebiet heute ruckzuck so leergefressen wäre, als hätten dort die Heuschrecken gehaust. Aber den Speisezettel mit frischen Nahrungsmitteln aus der Natur ergänzen - das ist eine feine Sache und durchaus empfehlenswert. Solange man damit keinen Flurschaden anrichtet! Es macht Spaß, bereichert und und liefert wichtige Vitamine obendrein. In der Praxis gibt es natürlich Grenzen: Gegen "fleischliche Genüsse" frisch aus dem Forst wird in den meisten Revieren der Jagdpächter Einwände haben - hingegen kann man in Kanada z.B. ohne weiteres einen Permit für Kleinwild bekommen (problemloser jedenfalls als nachher das Kleinwild!). Das Angeln für Topf und Pfanne wird in Wildnisgebieten durchaus mehr Hobby oder Passion sein, Lizenzen sind leicht zu bekommen. In Gegenden mit überwiegend privaten Fischgewässern jedoch ist es auch mit dieser Art der Nahrungsbeschaffung Essig. Am wenigsten eingeschränkt sind die Vegetarier, sofern sie sich nicht auf seltene Arten stürzen. Für sie gibt es eine breite Fülle an Möglichkeiten, von Beeren und Wurzeln über Grünzeug, Körner und Nüsse bis hin zu Tees.Unmöglich, dieses Thema umfassend zu behandeln, das ist klar. Voraussetzung ist natürlich, daß man sich mittels Fachliteratur entsprechend kundig macht, denn immerhin gibt es nicht nur unter den Pilzen giftige Exemplare! Wer sich mit eßbaren Wildpflanzen befaßt, der wird zunächst schier hinweggefegt von deren Vielfalt, und er wird wahrscheinlich jeden für blöd halten, der für seine Ernährung noch Geld ausgibt. Aber Vorsicht:Wer daran denkt, wie ihm oder der Tante im letzten Sommerurlaub die relativ geringfügige Umstellung auf mediterrane Küche durch das Gedärm gefahren ist, der wird leicht einsehen, daß er als processed-foodgeschädigter Zivilisationsbürger nicht von heute auf morgen mit den Rehlein grasen kann. Zukost soll es sein - mehr nicht. Allen Survival-Enthusiasten sei schließlich noch versichert: für das Überleben in Notsituationen wird die Futterfrage hoffnungslos überschätzt. Selbst schlanke Gestalten haben Reserven für mehrere Wochen Nulldiät auf den Rippen. Und sollte tatsächlich jemand in eine sogenannte "Survivalsituation" geraten, so wird er aber garantiert ein halbes Dutzend andere Tode gestorben sein, ehe er auch nur die Chance hat, zu verhungern! 
 


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