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Wintertipps

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Heute mal ein paar Tipps für Ihre Wintertour
Winter1Wir haben zwar erst Sommer, aber der nächste Winter kommt bestimmt und dann sollte man vorbereitet sein. 
Sollten Sie den Artikel erst im Winter zu gesicht bekommen, dann passt es auch.

Noch immer schauen Passanten verstört, wenn man mit großem Rucksack und Schneeschuhen an den Füßen durch die Winterlandschhaft wandert. Skitouren werden ja noch akzeptiert, aber mit Zelt und Schlafsack? Da sitzt man doch lieber mit einer heißen Tasse Tee vor dem Kamin. Doch wer einmal im Winter unterwegs war, kann sich dem weißen Reiz kaum verschließen: klare Luft, einsame Pfade, Stille. Das ist Outdoor-Genuß in Vollendung. Wir sagen Ihnen, was Sie für Ihre Tour brauchen. 
Kälte allein ist nicht das Hauptübel im Winter. Mit guter Ausrüstung kann man selbst strengem Frost ganz ordentlich zu Leibe rücken. Erst zusammen mit Feuchtigkeit wird es ekelig. Während in Lappland meist trockene Kälte herrscht; kann es hier in den Wintermonaten schon mal unangenehm werden: Ein plötzlicher Temperaturanstieg; der Schnee wird pappig oder es fängt an zu regnen; die Klamotten und der Schlafsack ziehen Feuchtigkeit. Diese Nässe entzieht dem Körper die wohlverdiente Wärme. Und wehe, wenn es dann über Nacht wieder gefriert. In trockenen Klimaten hingegen kann man Schnee und gefrorenes Kondens von der Ausrüstung abschütteln oder abbürsten. Wer aber geht gleich nach Lappland im Winter? Eine Winterlandschaft aus dem Bilderbuch ist sicher verlockend: überzuckerte Bäume, glitzernde Sonne, Pulverschnee. Doch wenn es schattig wird, der kurze Tag sich schnell dem Ende neigt, man von einer heißen Badewanne träumt, aber mitten im Wald steht und von Badewanne weit und breit keine Spur? Deshalb: nichts überstürzen und langsam dem Winter auf die Spur kommen.

Unser Tipp: Beginnen Sie mit Tagestouren, suchen Sie geschützte Waldregionen auf, planen Sie bei Mehrtagestrips Hüttenübernachtungen ein oder verbringen Sie auf dem Balkon die ersten Test-Frostnächte, heißt zunächst Kälte. Mützen und Handschuhe müssen her, warme Schuhe, dicke Daunenjacke, Sturmhaube, etc. Doch langsam: Der größte Fehler bei Wintertouren ist es, sich zu dick einzupackten - selbst bei strengem Frost von -20°C, Denn beim Ski- oder Schneeschuhlaufen kommt der Körper kräftig auf Touren. Die.Folge: man schwitzt, und wenn dieser Schweiß nicht nach außen gelangt, bleibt er in den Klamotten hängen. In Ruhephasen kann diese Nässe verhängnisvoll sein, dann schlägt die Kälte erbarmungslos zu: Wasser leitet die Wärme schneller ab , und Verdunstung entzieht Wärme (übrigents:auch über die Atmung kann Verdunstungskälte entstehen, da die kalte, eingeatmete Luft Feuchtigkeit von der Lunge.aufnimmt und beim Ausatmen kondensiert). Tip: Schal vor den Mund, damit die eingeatmete Luft vorgewärmt wird. Vermeiden Sie also nicht nur Feuchtigkteit von außen, sondern auch von innen. Deshalb: So alt und abgedroschen das Zwiebelprinzip auch klingen mag, im Winter ist es oberste Pflicht. Ziehen Sie beim Laufen nur so viel an wie wirklich nötig. Die.ersten 10 Minuten kann es ruhig noch frisch sein, bis die "Betriebstemperatur" erreicht ist. Halten Sie die warmen Klamotten parat, damit sie in Pausen sofort etwas überziehen können. Denn zum Laufen reichen oft Unterhemd plus dünner Fleece. Nutzen Sie alle Variationsmöglichkeiten der Kleidung, z,B, Reißverschlüsse, Mützen oder Handschuhe. 

BEKLEIDUNG SCHUTZ TOTAL: Soll einem doch der Wind um die Ohren pfeifen, Schnee ins Gesicht blasen und der Atem vor der Nase gefrieren: eingepackt in die richtige Kleidung, die Finger in kuscheligen Handschuhen vergraben, läßt einen der Winter ganz schön kalt. 

Ganz unten: Unterwäsche Eigentlich braucht man keine spezielle Winterunterwäsche. Herkömmliche Funktionsunterwäsche aus Kunstfasern, wie sie von zahlreichen Herstellern angeboten wird, reicht meist aus. Bei großer Kälte zieht man einfach zwei übereinander an oder rüstet gleich mit Fleece auf. Spezielle Winterwäschen sind nur dicker und wärmer als die Sommervarianten. Ziehen Sie auf keinen Fall ein Baumwollshirt an. Im Hochsommer mag das bei guten Trockenmöglichkeiten stellenweise noch verkraftet werden; im Winter kann man das vergessen: trocken wird es bis zum Ende der Tour nicht mehr; außerdem kühlt es den Körper stark aus. Einige Winterwäschen gibt es mit Wollanteil (z.B, von Ullfrotteé; Ortovox oder Medima; Preise ca. 25,- - 60,- € ): Wolle speichert etwas Schwitzfeuchtigkeit; aber wärmt selbst in feuchtem Zustand. Außerdem muffelt sie nicht so stark wie ihre künstlichen Pendants. Ganz wichtig:ziehen sie auch Unterhosen aus Funktionsmaterialien an, Oft sieht man Leute nur mit Oberteil und High Tech-Hose wenn darunter aber der Baumwollslip sitzt, bringt das reichlich wenig (und kann im Winter mehr als unangenehm sein). Ein Langarm-Shirt mit langem Frontreißverschluß ist empfehlenswert zwecks besserer Belüftung. 


Winter 2Mittendrin: die Kälteblocker Kaum ein Outdoorer, der nicht irgendeinen Fleecepulli besitzt. Zu recht, denn das Zeug wärmt gut, ist leicht und trocknet rasend schnell. Kein anderes Material ist für den Winter geeigneter als dieser Polyesterstoff. Zum Wandern reicht ein dünner Fleece meist aus. Mikrofleece hält etwas Wind ab, ist aber nicht ganz so atmungsaktiv Bewährt im Winter hat sich vor allem Polartec Powerstretch: Er ist durch seine Dehnbarkeit nicht nur hervorragend für sportliche Aktivitäten geeignet, an der glatten Nylonaußenseite bleibt auch kaum Schnee hängen wie es sonst bei Fleece üblich ist. Außerdem hält er wie der Mikrofleece etwas Wind ab. Wird es kälter, zieht man einen dicken Fleece drüber (z.B. Polartec, Pontetorto oder Eschler). Noch idealer im Winter sind winddichte Varianten (z.B, Gore Windstopper, Polartec Windbloc) oder annäherend winddichte Fleece wie der Ultrafleece von Mountain Equipment. Gerade bei trockener Kälte spielen sie ihre Stärke aus. Einige Modelle sind nur vorne winddicht, Arme und Rücken sind für besseren Durchzug "normal" ausgeführt. Praktisch sind Belüftungsöffnungen wie. Unterarm-Reißverschlüsse, um einen Hitzestau zu vermeiden.Viele Winterwanderer laufen auch mit Fleece-Hosen. Vorteil: sie. wärmen gut, sind leicht, und bei Wind zieht man einfach eine Überhose drüber. Nachteil: meist haben sie nur wenige Tasche'n, und Schnee kann daran hängen bleiben, Auch bei Hosen eignen sich elastische. Modelle, aus Powerstretch. A propos elastisch: Trekkinghosen aus dehnbaren Schöllermaterialien (z,B. bei Salewa, vauDe, Mammut) sind ideal. Es paßt locker eine lange Unterhose drunter, und beim Schneeschuh- und Skilaufen machen sie jede Bewegung mit. Nachteil: Der Wind pfeift kräftig durch (mit langer Unterhose darunter geht es ganz gut), ausserdem sind sie relativ teuer (ab ca. 100,- € ). 

MichelinDie Michelinmännchen Daunenjacken erleben seit kurzem eine. Renaissance zu recht, denn diese sind der Kältekiller schlechthin. Vor allem in Ruhephasen oder auf gemütlichen Winterspaziergängen bei knackigem Frost spielen sie ihre Stärken aus. Sie sind warm, leicht und finden in (fast) jedem Rucksack Platz. Außerdem kann man sie nachts über den Schlafsack legenoder um die Füße wickeln. Während der Aktivität sollte man sie allerdings auslassen, Da sie viel zu warm sind und zu feucht werden. Schaut man sich das Preisniveau an, kommt man schnell ins Grübeln: von DM 200,- bis über DM 800,- ist alles dabei. Wie bei Schlafsäcken sind die Qualität der Daunen und die Materialien die Preistreiber. Hochwertige Daunen (Gänsedaunen, ab 550 cuin Fillpower im Mischungsverhältnis von mindestens 80/20 Daunen zu Federn) kosten nun mal Geld. Auch die Konstruktion spielt eine Rolle: Bei den einfachen Varianten sind die Kammern durchgesteppt, dabei entstehen Kältebrücken entlang der Nähte (dort ist die Füllung komplett zusammengedrückt).Solche Modelle eignen sich vor allem für Leute, die eine Daunenjacke auch im (Winter-) Alltag gerne anziehen. Die aufwendigen (und teureren) Jacken haben Stegwände wie bei hochwertigen Schlafsäcken, teilweise auch wasserabweisende Außenmaterialien (Gore Dryloft, Drilite, etc.) Letztere bewähren sich vor allem bei feuchtem Klima. Manche Hersteller verarbeiten gar komplett wasserdichte Membranen wie man sie von Funktionsbekleidung kennt. Daunenjacken setzt man aber bei Kälte ein. Wenn es regnet, ist es sowieso schon zu warm für ein solches Monstrum. Deshalb ist Gore-Tex und Co. bei Daunenjacken nicht unbedingt nötig. Bei Kälte gefriert ein Großteil der Feuchtigkeit ohnehin in der Füllung. Darum sollten Daunenjacken so trocken wie möglich gehalten werden. Als Alternative zu Daunenjacken gibt es auch zunehmend Jacken mit Polarguard 3D - oder Primaloft Kunstfaser Füllungen (Hersteller: z.B. Lowe, Marmot, vauDe, Patagonia.) Vorteil: sie sind unempfindlicher gegen Nässe und tragen nicht so dick auf, wie die Daunenpendants. Somit kann man je nach Modell auch noch eine Funktionsjacke drüberziehen - ganz nach dem Zwiebelprinzip. Nachteil: wie bei Kunstfaserschlafsäcken sind sie bei gleicher Wärmeleistung schwerer und haben ein größeres Packmaß als die Daunenmodelle. Manche Hersteller (z.B. The North Face) kombinieren Daunen- und Kunstfasern. Ein anderes Material das sehr gut geeignetist,ist Outlast. Dort werden Kapseln als Beschichtung auf die Kleidung aufgetragen (z.B. vauDe) oder direkt in die Fasern integriert (z.B. Berghaus). Diese Kapseln verändern je nach Temperatur ihre Konsistenz: die ursprünglich festen Kapseln werden bei starker körperlicher Anstrengung flüssig und nehmen überschüssige Energie und Wärme auf In Ruhephasen, verfestigen sie sich wieder und geben Wärme ab. Gerade im Winter; wo Wärme; und Kälteperioden sehr schnell abwech- seln; erscheint das ideal. Demnächst gibt es Outlast auch in Socken (z.B. Wigwam) 


Gegen Wind und Wetter : Wer bereits eine Funktionsjacke und -hose besitzt; kann sie getrost auch im Winter benutzen. Bei trocken-kaltem Wetter; wenn nicht mit Regen zu rechnen ist; reichen oft auch Mikrofasern aus; da sie gegen Wind und Schnee gut schützen und den Schweiß besser entweichen lassen als die komplettwasserdichten Teile. Ähnlich funktionieren leichte Membranen wie z.B. Gore Activent. Wird es aber feucht-kalt und der Schnee richtig nass; sind GoreTex; Sympatex und Co. gefragt. Zweilagig konstruierte ]acken sind in der Regel etwas wärmer (das Luftpolster zwischen Futter und Membran isoliert); führen aber bei strengem Frost zu unangenehmen Begleiterscheinungen: Der Schweißdampf gefriert zwischen Futter und Membran. Dreilagige ]acken haben hier den Vorteil; daß man das gefrorene Kondens einfach ausbürsten kann. Folgende Bekleidungsdetails machen sich im Winter bezahlt: ein Schneefang am Saum verhindert; dass bei Wind kein Schnee in die ]acke weht; die Kapuze sollte sich dem Kopf anpassen; Kopfdrehungen mitmachen und genügend Platz für eine Mütze darunter bieten. Einhand-Gummizüge sind praktisch; da man sie mit Handschuhen bedienen kann. Wichtig im Winter sind Funktionsüberhosen, vor allem wenn man gerne mit Fleece-Hose wandert. Praktisch ist ein durchgehender Seitenreißverschluß, sonst muß man die Schuhe ausziehen.Ein verschließbarer Beinabschluß verhindert, daß Schnee in die Schuhe bröselt. Oft reichen dazu aber auch Gamschen, die im Winter sowieso unverzichtbar sind. 

MützeVon Kopf bis Fuß: Fingerlinge oder Fäustlinge? Beides hat Vor- und Nachteile. Fingerlinge sind auf jeden Fall handlicher, Zeltaufbau oder Kochen mit Fäustlingen wirkt nicht nur plump, sondern ist nahezu unmöglich. Bewährt im Winter haben sich winddichte Fleecefingerlinge, neuerdings auch Modelle aus Powerstretch. Die klassischen Fäustlinge aus gewalkter Wolle sind warm, aber unpraktisch. Man kann freilich beides, aber kombinieren: Fingerlinge aus Fleece oder dünnen Kunstfasern, darüber Fäustlinge oder gleich ein kombiniertes Modell (z.B. von Berghaus, Mammut). Praktisch sind auch zwei Fingerlinge übereinander (voher ausprobieren!).Selbst bei strengem Frost halten doppelte Handschuhe erstaunlich warm, da die Luft zwischen beiden Schichten zusätzlich isoliert. Der innere Handschuh sollte sich dabei am äußeren fixieren lassen. Nachteil: hochwertige Modelle kosten viel Geld (gut 75,- € ). Wichtig: nehmen Sie bei kalten und / oder längeren Touren ein Paar Ersatz-Handschuhe mit. Diese Sicherheitsreserve sollte man sich gönnen, denn ohne warme Hände ist man hilflos. 

Hitzköpfe: Der Kopf muss besonders gut geschützt werden, da dort die Durchblutung und der Wärmeverlust am größten ist. Bewährt haben sich Fleece oder Wollmützen mit Ohrenklappen   auch wenn sie dämlich aussehen. Eine Schirmmütze kann praktisch sein, um vor Schnee und Sonne zu schützen. Auch eine Balaclava (meist aus Fleece) ist funktionell: eine Sturmhaube, die man über Kopf und Gesicht zieht und nur Augen, Mund und Nase freiläßt. Aber Vorsicht: sie kann schnell zu warm werden, entsprechende Variationsmöglichkeiten sind wichtig. Es gibt auch ganz ungewöhnliche Masken, wie z.B. den winddichten "Facewarmer" von Codeba, der bei stechender Kälte schützt und auch beim Bankraub eine gute Figur macht. 

SCHLAFSÄCKE : Wer nicht nur gemütliche Winterspaziergänge machen und sich sogar den (unumstrittenen) Komfort einer Hüttenübernachtung sparen möchte, der braucht vor allem eines: einen warmen Schlafsack.
Manche Leute haben noch immer Horrorvorstellungen, wenn sie bei kräftigen Minusgraden an eine Übernachtung im Schlafsack denken. Aber keine Bange: niemand friert gerne. Selbst nicht die hartgesottensten Outdoorer. Alles nur eine Frage der Ausrüstung - natürlich auch des Geldbeutels. Denn Winterschlafsäcke sind durch das Mehr an Füllung entsprechend teurer. Die Gretchenfrage lautet auch im Winter. Daune oder Kunstfaser? Je wärmer der Schlafsack, desto mehr spielt Daune ihren Gewichtsvorteil aus. Problem ist nach wie vor die Nässeempfindlichkeit, zumal man - anders als im Sommer keine Trockenmöglichkeiten hat (höchstens man übernachtet in einer Hütte). Außerdem verbringt man gewöhnlich mehr Zeit im Zelt, wo das Kondensproblem trotz Herstellerversprechnungen einfach nicht wegdiskutiert werden kann. Was tun wider die Nässe. Zunächst schauen. das von aussen keine Feuchtigkeit an den Schlafsack gelangt. Wasserabweisende Materialien wie Gore Dryloft, Drilite oder Mikrofasern machen sich hier bezahlt, Alternative ein Biwacksack. Er eignet sich außerdem hervorragend als Notunterkunft. Man sollte sich aber nicht der Illusion hingeben, daß ein Biwacksack den Schlafsack komplett trocken hält wie ein Büschel Heu, auch bei atmungsaktiven Membranen oder Beschichtungen. Es wird immer ein Teil der Schwitzfeuchtigkeit am Biwacksack kondensieren und im ungünstigsten Fall auf den Schlafsack drücken, so daß dieser außen feucht wird. Überhaupt sollte man die Schhwitzfeuchtigkeit nicht vernachlässigen. in der Nacht kann schnell ein halber Liter zusammenkommen - und der muß ja irgendwo hin. Tests in einem Schweizer Forschungslabor haben ergeben. das bei minus 20C etwa 60 bis 70%, dieser Feuchtigkeit in der Schlafsackfüllung hängenbleibt. Die lsolation wird kräftig herabgesetzt. Wer unterwegs keine Trockenmöglichkeit hat, dem bleibt nur der Griff zur Hardcore-Variante: ein "Vapor Barrier Liner" (VBL). Diese Dampfsperre (erhältlich z.B.von The North Face; Feathered Friends, Marmot) sieht aus wie ein XXL-Kondom, in das man komplett hineinschlüpft. Kein Bange: so ekelig wie sich das anhört, ist die Sache gar nicht. Nach ca. einer halben Stunde erreicht man ein feucht-warmes Innenklima. Erst morgens beim Rausschlüpfen merkt man; was der Köper nachts alles "leistet". Angenehmer Nebeneffekt des VBL: Er erhöht die Wärmeleistung des Schlafsackes um ca.5°C. Trotzdem sind auch ihm Grenzen gesetzt: über Atmung und Kondens im Zelt kriecht immer etwas Feuchtigkeit an den Schlafsack. Bei einigen Herstellern werden die Daunen wasserabweisend ausgerüstet (bei Yeti z.B. mit Nocar, bei Lestra mit Teflon).Wegen deren Nässeempfindlichkeit schwören vor allem Langzeit-Winterwanderer auf Kunstfasermodelle (mit Polarguard 3D, Thermolite Extreme oder "Hausmischungen"), Weiterer Vorteile: Sie sind günstiger (schon ab ca. 230,- € erhältlich); und die Kunstfasermischungen drücken sich bei Belastung nicht so schnell zusammen wie die Daunen, kalte Spots (vor allem an Knien und Gesäß) sind seltener. Wer sich nicht gleich einen teuren einsetzbaren Winterschlafsack zulegen will; der kaufe sich einen schmalen Sommer-Daunenschlafsack und dazu einen etwas weiter geschnittenen 3-jahreszeiten Kunstfaserschlafsack (eventuell mit einer Extra-Erweiterung, z.B. von Ajungilak), Zusammen ergibt das einen zwar recht schweren, aber komfortablen und warmen Winterschlafsack. Somit ist man mit zwei Säcken für das ganze Jahr und (fast) jede erdenkliche Tour gewappnet. Tragen Sie lange Unterwäsche im Schlafsack. Ziehen Sie zum Schlafen am besten immer eine (trockene) Extrawäsche an. Ganz wichtig im Winter ist die Isomatte. Bewährt haben sich dicke (ab 12 mm aufwärts), feste, geschlossenzellige Matten. Auch zwei dünne tun es oder alternativ eine normale 10 mm Standardmatte und eine zweite, halbierte Matte für die empfindlichsten Teile rund um das Gesäß und den Rumpf Vorsicht bei selbstaufblasenden Matten: da man sie doch immer noch aufblasen muß, kommt Atemfeuchtigkeit in die Matte, wo sie dann gefriert. Man liegt dann irgendwann wie auf einer Chipstüte. Tip in Waldgebieten: legen Sie zusätzlich Fichtenzweige unter die Matte.

ZELT: DIE FESTUNG Wer auf den Komfort einer beheizten Hütte verzichtet und den Winter pur genießen will, ist auf das Zelt angewiesen. Grundsätzlich braucht man für den Winter kein Extra-Zelt. Ein paar Unterschiede gibt es dennoch, etwa das Platzangebot. Auf Wintertouren hat man einfach mehr Zeug dabei und das muß irgendwie verstaut werden. Große Apsiden sind also wichtig. Auch der Innenraum sollte üppig ausfallen, da man sich in der Regel länger im Zelt aufhält als im Sommer. Ein klassisches 3 Personenzelt ist also gerade Ausreichend für zwei. Neben dem platzangebot sollte man folgende punkte beachten
  Kondensfeuchtigkeit, Wenn man ,,Glück" hat und es richtig knackig kalt ist, kann man das gefrorene Kondensat einfach abschütteln Bei Nässe empfiehlt es sich , das Zelt innen mit einem Viskosetuch oder ähnlichem trockenzuwischen. Man sollte auf jeden Fall auf einen gute Ventilationsöffnung achten, beim kochen die Apsis offen lassen, damit der Dampf abzieht. Abspannen: problematisch bei Winterzelten ist die Fixierung der Heringe. Es gibt zwar spezielle Schneeheringe, die aber im Pulverschnee nicht halten werden. Hier hilft man sich am besten mit, Stöcken, Skiern und mit Ästen. Alternative: Loch graben , hering quer reinlegen und wieder zu machen und feststampfen. Der Eingang sollte anders als im Sommer eher zum Wind hin liegen, da sich sonst auf der windabgewandten Seite Schnee aufhäuft. Auch wenn geodätische Zelte als besonders sturmstabil gelten, große Tunnelmodelle eignen sich ebenso und sind außerdem bei gleichem Platzangebot leichter. Am besten man stellt das Zelt etwas tiefer als die Umgebung, damit bei Wind nicht so schnell Schnee unterm Außenzelt reinflattert. Tip: Schnee von außen draufwerfen und mit der Schneeschaufel etvas plattdrücken. Auf jeden Fall muß der Aufbau des Zeltes geübt und auch mit Handschuhen problemlos zu bewältigen sein. 

SCHUHE: Der Schrittmacher Die Füße sind für viele Winterwanderer das wohl heikelste Thema. Kalte Füße sind ein Graus, meist spürt man dort den Frost am ehesten. Grund :um seine Kerntemperatur zu halten, schraubt der Körper die Blutzufuhr auf die Extremitäten wie Rände oder Füße zurück. Bei Winterschuhen gilt: Sie dürfen ruhig eine Nummer größer als gewöhnlich sein, da dicke Socken hineinpassen müssen. Viele Outdoorer schwören außerdem auf ein paar dünnere (z,B, aus Seide) und darüber glatte Woll- oder Kunstfasersocken. Gewöhnliche Trekkingstiefel reichen für Winterspaziergänge und gemäßigte Schneeschuhtouren völlig aus. Speziele Winterstiefel lohnen sich erst bei dauerhften Einsatz So gibt es z.B.Schuhe mit Gore Duratherm Futter (z.b. Hanwag "Annapurna,) ein Gore-Tex Lamint mit druckbeständigem, isolierendem Fleece, das aber eher für Übergangszeiten und nicht explizit für den Winter .geeignet ist. Ans Eingemachte geht es dann mit zusätzlich gefütterten Stiefeln ( z,B. Meindl "Antarktis", ) die gut isolieren und dabei hervorragende Laufeigenschaften besitzen. Für die Hardcore-Wintertourer eignen sich Thermostiefel mit einem dicken, isolierenden Gummifuß und herausnehmbaren lnnenschuhen (z.B. Sorel, Timberland). Diese Schuhe sind wirklich warm, aber zum Wandern ungeeignet: Der Halt ist bescheiden, man läuft wie auf Watte und die Füße ermüden schnell. Am ehesten sind sie noch für Wintercamper, Eisangler, Hundeschlittenfahrer oder ähnliches geeignet. Alternative: Schalenstiefel aus Kunststoff (z.B, Asolo, Scarpa, Raichle, Koflach). Durch die steife äußere Schahle geben solche Schuhe sehr guten Halt. Nachts nimmt man einfach den Innenschuh mit in den Schlafsack oder benutzt ihn als Hüttenschuh. Das Fußklima beim Laufen ist meist feucht-warm, von Atmungsaktvivtät kein Spur (Plastik ist nun mal dicht). Und diese Feuchtigkeit kann durchaus ein Problem werden, so fern man keine Trockenmöglichkeit über Nacht hat: ein vollgesaugter Innenschuh isolliert nur noch mäßig..Ähnlich verhält es sich mit klassischen ledergefütterten Trekkingschuken. Ein nasses Leder wird bei Kälte nicht mehr trocken. Trotzdem kann man solche Schuhe benutzen, man muß sie nur entsprechend dem Prinzip der Dampfsperre aufmotzen. Man schlüpft mit dünnen Socken in einen wasserdichten Übersocken (z.B. von Black Diamont, alternativ tun es auch Gefrierbeutel), darüber trägt man einen normalen Trekkingsocken. So wird nur der innerste Socken naß, das Schuhfutter bleibt trockten. Der Innensocken ist nach der Tour allerdings Sondermüll. Ist ein Schuh einmaI naß, legt man eine mit heißem Wasser gefüllte FIasche hinein oder sucht gleich eine warme Hütte auf. Wer im Schlafsack kalte Füße bekommt, sollte sich mal Daunen- (z.B.von Yeti) oder Kunstfaserfüßlinge (z.B. Ajungilak) anschauen - eine wohltuende und wärmende Reserve. Tip für Schneeschuhwanderer: "Kondom-Gamaschen" (z,B. Brooks Range von OR), bei denen man komplett mit den Schuhen einsteigt. Vorteil: sie wärmen über eingebaute Isolierschäume zusätzlich und man kann auch mal ohne Schuh hineinschlüpfen, wenn man etwa aus dem Schlafsack "fürs Geschäft" kriecht. Nimmt man den Schaum unter der Sohle heraus, kann man sie auch auf einfachen Skibindungen benutzen. 
Nachteil: sehr teuer (um 150 €,-) und wirk!ich nur für den Winter geeignet.

KOCHER: ÜBERLEBENSWICHTIG:  Zelt aufbauen, sich in den Schlafsack legen und erstmal einen Tee machen.Wunderbare Vorstellung! Doch ganz so einfach ist das Kochen im Winter nicht, es dauert nämlich sehr lange, Sofern möglich. sollte man Wasser (offener Fluß) und nicht Schnee erhitzen. Da Schnee durch die eingeschlossene Luft sehr gut isoliert und der Topfboden schnell anbrennt. Außerdem kann man mit einem Topf voll Schnee kaum seinen Durst löschen, da gerademal eine Tasse Wasser herausspringt. Deshalb: wenn kein offenes Wasser zu finden ist. nehmen Sie kleine Eisblöcke oder stopfen Sie Schnee auf den Topfboden. Sobald das Wasser warm ist.kann man Schnee nachträufeln. der dann sofort schmilzt. Als Kocher eignen sich vor allem Benzinmodelle. Gas (zumindest reines Butan) gibt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt den Geist auf. Es gibt aber neuere Konstruktionen ("Maxx" von Coleman oder "Multi Fuel von Primus), die auch bei strengem Frost noch funktionieren, Beim Spritverbrauch locker das doppelte der üblichen Sommermengen berechnen. Empfehlenswert ist ein Untersatz, da der Kocher durch die Hitze schnell im Schnee versinkt. Die Töpfe stehen dann schief und im Extremfall geht er ganz aus, da er keinen Sauerstoff mehr bekommt. Als Kocherstand eignen sich z.B. Schneeschuhe (Vorsicht bei zu großer Hitze) oder ein spezieller Untersatz von MSR. Von MSR gibt es auch einen praktischen Topfwärmer, der variabel an verschiedene Topfgrößen angepaßt weden kann und gerade im Winter die Kochzeiten sowie den Brennstoffverbrauch verkürzt.  

ESSEN SCHNELL, VIEL UND LECKER was in den Topf kommt, entscheiden persönliche Geschmäcker. Beachten sollte man aber: Je kälter, desto mehr Energie braucht der Körper.Viele kennen das vielleicht vom Skifahren: nach einem Tag auf der Piste kann man futtern wie Jan Ullrich nach einer Alpenetappe. Rechnen Sie locker 30 bis 40% mehr als bei einer Sommertour. Ganz wichtig sind Kohlenhydrate. Problem: Bei minus 10°C vergeht einem schnell die Lust, den Outdoor-Gourmet zu spielen und aufwendige Menüs zu zaubern. Hier bieten sich Schnellgerichte an (z.B. Knorr Spagetteria, aber Vorsicht: Minimum Doppelpackung pro Person) oder spezielle Outdoornahrung (z.B.von Simpert Reiter oder Schultheiss): schmeckt gut, man braucht nur heißes Wasser und spart viel Brennstoff. Morgens empfiehlt sich Müsli, tagsüber tun es Schokoriegel, Energieriegel (z.B. Powerbar, Clifbar), Trockenwürste oder Trockenobst. Auch Suppen, Bouillons oder Griesbrei sind geeignet für Wintertouren. Auf keinen Fall das Trinken vergessen denn der Flüssigkeitsverlust ist enorm. 4 bis 5 Liter pro Tag können es schon sein. Deshalb: morgens ausreichend trinken, für den Tag heißen Tee oder Bouillon in einer Thermosflasche mitnehmen und abends ebenfalls Tee, Kaba oder Multivitaminbrausetabletten (schmecken sogar warm). Wer es ganz authentisch will, macht sich Pemmikan, die traditionelle Energienahrung der Eskimos. 

Hier noch eine kleine Checkliste

2 Paar Handschuhe wahlweise Fingerlinge und/oder Faustlinge Ideal kombinierte Modelle.
Lange Unterhose für tagsüber und/oder als Schlafwasche .
Dicke Socken gut als Wärmereserve (am besten mit Wollanteil).
Gamaschen verhindern, daß Schnee in den Schuh bröselt .
Vapor Barrler Liner bei längeren Touren ohne Hüttenübernachtung Verhindert, daß von Innen Feuchtigkeit an den Schlafsack gelangt . Thermosflasche heißer Tee bleibt auch bei strengem Frost einen Tag lang warm .
Schneesäge zum, bau von Iglu oder Windschutz .
Schneeschaufel zum Zeltplatz freischaufeln, Iglubau, Windschutz, Lokus, etc .
Bürste zum Entfernen von Schnee und Eis von der Ausrüstung
Warme Booties (Hüttenschuhe) ideal bei Zeltübernachtungen . Gletscherbrille/Sonnenbrille .
Fleecehose zum Wandern, als Ersatzhose oder als zusätzliche Schlafunterwäsche
So das war´s Viel Spass bei der Wintertour !!



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| Freitag, 17. November 2017 ||