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Radtour im Dalsland

Radtour im Dalsland

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Radtour in Schweden / Värmland 

Zunächst möchte ich mich kurz vorstellen. Ich heiße Michael Chabowski, bin 40 Jahre alt und komme aus Lübeck, dem hohen Norden Deutschlands. Wir, das bin ich und mein Freund Christian Husmann, hatten beschlossen eine, ein wöchige Tour in Schweden zu erleben. 
ChristianMit der TT-Line ging es an einem Sonntag im Juni von Travemünde nach Trelleborg. Von dort weiter mit dem Pkw, auf der E 6 nach Göteborg. Ab Göteborg geht es auf der 45 weiter, vorbei an Trollhättan und Vänersborg. Vännersborg bildet die Südspitze des Vännern der größte See Europas, etwa 10 mal so groß wie der Bodensee. Weiter auf der 45 bis nach Amal, einer kleinen Stadt am westlichen Ufer des Sees. Hier stellten wir das Auto am Segelhafen ab, denn von hier sollte es los gehen.


Die Fahrräder beladen ging es los. Geplant war ein Rundkurs über Bengtsfors, Arjäng, das Glaskogens Naturreservat, und Nysäter, wieder zurück nach Amal. In Richtung Bengtsfors auf der 164, die nicht sehr befahren ist und daher sehr angenehm mit dem Fahrrad zu meistern war. Auf den ersten Kilometern stellte sich bereits heraus, was uns über die gesamte Strecke erwarten würde. Nämlich stetiges auf und ab. An einigen kleinen Seen vorbei, erreichten wir Edleskog. Es waren nur ein paar Häuser und eine kleine Holzkirche, die wir nachdem uns ein freundlicher älterer Mann aufgeschlossen hatte, besichtigten. Auf dem Weg nach Skapafors immer noch auf der 164, bekamen wir es mit einem, zwar nicht sehr steilen aber dafür etwa drei Kilometer langen Anstieg zu tun. Mein Freund Christian meinte er müsste daraus eine Bergetappe der Tour de France machen, und rauschte nur so den Berg hoch. Ich dagegen ließ mir Zeit und radelte im leichtesten Gang gemütlich nach oben. Gegen Mittag des ersten Tages erreichten wir Bengtsfors, hier waren wir gelandet, weil wir eigentlich, mit einer Dreisinenbahn weiter fahren wollten. Hier wollten wir ausserdem das erste mal unseren Proviant ergänzen. 

Die Draisinenbahn "Dal Västra Värmlands Järnväg" führt von Bengtsfors über 52 Kilometer nach Arjäng. Dal Västra Värmland Järnväg bedeutet sinngemäß soviel wie," Weg der schönen Aussichten". Wir beschlossen dann aber doch mit dem Rad weiter zu fahren. Nach Arjäng geht es weiter auf der 172. Einige kleine Erhebungen mussten gemeistert werden. Ein Stück weit führt die Straße am See "Svärtlang" vorbei, so das man ihn von der Straße aus sehen kann. Die Staße führt hier oberhalb des Sees entlang, so das sich ein schöner Blick auf den See ergiebt. Dort wo der See an einer Engstelle mit dem doch recht großen See "Västra Silen" verbunden ist, geht eine kleine Straße ab. Diese wollten wir nehmen, da wir nich ständig auf irgendwelchen Hauptstraßen umherradeln wollten. Laut Karte war der Abzweig hier, eine gute Möglichkeit Arjäng über eine Nebenstrecke zu erreichen. Es ging bergab und unten angekommen, dort wo die beiden Seen durch ein Wehr getrennt sind fuhren wir noch etwa 500 m und wir erreichten unseren ersten Lagerplatz. 
Das Zelt, ein Jack Wolfskin "Bike n Hike" wurde direkt am Ufer des Västra Silen aufgebaut. Da wir bewußt ausserhalb der Ferienzeit gefahren sind, war auch nichts los, in dieser doch herrlichen Schwedischen Natur.(Ich war nochmal zur Ferienzeit hier und es war doch nicht so einfach einen noch nicht besetzten Lagerplatz zu finden) Uns tat nach dem ersten Tag Radfahren doch ganz schön der Hintern weh. Wir waren natürlich ohne Training angereist. Was wir schon nach einigen Minuten feststellen konnten war, sobald einem nicht der Fahrtwind um die Nase weht, greifen die Mücken an. Also nie vergessen, ein gutes Mückenschutzmittel. Ein Fisch sollte am ersten Abend in der Pfanne landen, daher machten wir die Angeln fertig und versuchten unser Glück. Versuchen Sie mal in diesem Boden Würmer zu finden. Oben auf 10 cm Nadeln und Blätter, darunter nur Granit. Nach einigen Mühen fanden wir einige die wir auch gleich zum baden in den See hängten. Nach 2 Stunden dann, der erste Biss, es war schon 21 Uhr. Es war eine große Seeforelle, die mir allerdings beim heraus heben mit samt dem Blinker wieder auskam. Dann eben doch Tütenfutter. 

AusblickeAm nächsten Morgen nachdem wir das Zelt getrocknet hatten ging es weiter. Nach einigen Kilometern Bergauf, Bergab aber immer oberhalb des Sees kamen wir an eine Brücke, unter der sich eine Schleusenanlage befand. Diese Schleuse verbindet den "Västra Silen" mit dem "Östra Silen". Noch ein Paar hundert Meter weiter machten wir eine kleine Pause um die grandiose Ausicht auf den See zu genissen. Fast den restlichen Weg bis Arjäng ging es auf einer Schotterpiste durch Wald und an kleinen Seen vorbei. 
In Arjäng angekommen, ergänzten wir wieder unseren Proviant, auch mit ein paar Dosen Schwedischen Leichtbiers. Wir gönnten uns, bevor es weiterging noch einen kleinen Imbiss, inklusive Eis zum Nachtisch. Arjäng umfuhren wir, da wir sonst mit dem Rad, zwar kürzer, über die E 18 hätten fahren müssen. Die Richtung war mit dem Tages Ziel für den nächsten Tag vorgegeben, Glaskogen. Bei Asebyn querten wir die E 18 und es ging auf einem Feldweg weiter. Feldweg für Deutsche Verhältnisse, für die Schweden ist das eine ganz normale Straße. Etwa 5 Kilometer weiter erreichten wir ,wieder an einem See gelegen, unser zweites Etappenziel,die wir nicht vorher geplant hatten, sonder nur nach Laune auswählten. Des Nachts machten wir die erste Bekanntschaft, leider nur akustisch mit einem Elch. Ich vermute mal, nach dem was ich am Tage noch beobachtet hatte, dass wir unser Zelt genau auf einen Wildwechselpfad gestellt hatten, den der Elch jetzt passieren wollte, ihm aber nicht gelang. Er beschwerte sich sehr lautstark sodas ich kerzengerade im Zelt saß. Hoffentlich weiß er das man nicht über ein Zelt steigt sagte ich leise zu Christian. 

Vom Schreck erholt und gut ausgeruht ging es am nächsten Morgen weiter. Vorwiegend durch Wälder,wie am Vortag aber die Anstiege wurden steiler, einige male mussten wir absteigen und schieben was doch sehr anstrengend war, denn die Räder waren mit Gepäck nicht gerade leicht. Die Strecke die wir heute zurück gelegt hatten betrug gerade mal 20 km, wir brauchten aber dreieinhalb Stunden. Der Campingplatz des Naturreservates lag genau zwischen den beiden Seen Övre Gla und Stora Gla. Wir meldeten uns an, bauten das Zelt auf, mieteten uns ein Kanu erstanden eine Angellizens. Ein wenig Proviant, dazu gehörten einige Dosen Bier und die kleinen köstlichen Köttbulars ( Frikadellen ). 
Der See hatte einiges zu bieten, wir sahen Bieber, Wildgänse beim brütten, kleine bis heute nicht bekannte Wasserschlangen und Kraniche beim Tanz. Das beeindruckende in dieser Gegend, damit meine ich alles wo wir bis jetzt waren, war die Ruhe. Wir befanden uns etwa eintausend Meter vom Ufer entfernt, konnten aber einige Passanten, die dort spazieren gingen hören. In Deutschland, durch die ganzen Umgebungsgeräusche fast unmöglich. Nach Rückkehr am späten Abend nutzten wir erst einmal die Duschen. Nach einem stärkenden Abendessen ging´s ab zum Matratzen horchen. Wir blieben noch einen zweiten Tag hier im Naturreservat um noch einige Bereiche zu erkunden. Ich war das erste mal in Schweden und bin vom Skandinavienvirus angesteckt worden. Die Natur einfach überwältigend. Am folgenden Morgen wurde wieder der Proviant aufgefüllt und weiter ging es.

SeeAuf einer wieder etwas größeren und asphaltierten Straße ging es in Richtung Glava, das liegt am "Glafsfjörden" . Auf der anderen Seite des Sees liegt die Stadt Arvika. Hier so sagt man liegt das Mekka der Outdoorer und Kanuten im Värmland. Der Tag war sehr warm für diese Jahreszeit, abends hatten wir einen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln.Auf der 175 ging es weiter nach Nysäter. Unsere Trinkflaschen waren schon seit einer ganzen Weile leer, diese konnten wir in Nysäter auf einem Friedhof mit herrlich kühlem Wasser wieder auffüllen. In der nähe von Säffle fanden wir an einem namentlich nicht bekannten, kleinen See unseren letzten Lagerplatz. Dieser lag schön in einem Wald eingebettet und war nur über einen ausgetretenen Pfad zu erreichen. Hier in ungestörter Natur sahen wir in der Abenddämmerung unseren ersten Elch. 

Am nächsten Morgen ging die Fahrt noch etwa 10 km und wir waren wieder am Ausgangspunkt. Wir hatten noch einen ganzen Tag bis unsere Fähre von Trelleborg zurück ging. Wir sahen uns noch das Aquädukt in Haverüd an das zum Dalsland-Kanal gehört. Der Dalslandkanal hat eine länge von 254 km, von denen nur etwa 10 km künstlich angelegt sind. Im gesamten Verlauf müssen 66 Meter höhenunterschied überwunden werden, dieses geschieht durch 29 Schleusen. Auch dieser Ausflug nach Haverüd hat sich gelohnt. 
Mit einem Besuch in Göteborg das auf dem Rückweg lag ging unsere Reise zu Ende. 

Ich hoffe ich konnte durch meine Schilderungen ein wenig Lust auf Schweden machen und man sieht sich . 
Euer Micha aus Lübeck  

Wollen auch Sie einmal einen Bericht bei uns veröffentlicht sehen, dann schicken Sie uns Ihren Bericht doch per Post oder E-Mail. Es wäre schön wenn einige Bilder dabei wären. NUR MUT!!!!!!!! 


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| Donnerstag, 27. April 2017 ||