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Allgäu Spezial

Allgäu Spezial

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Allgäu1Das Urlaubsland Allgäu

Sanfte Hügel, überragt von schroffen Fels. Sattes Wiesengrün, in dem glückliche Kühe grasen. Romantische Zwiebeltürme und herrliche Barockaltäre. Bilder, die jeder sofort im Sinn hat, wenn sie Sprache aufs Allgäu kommt. Das Schönste daran: Im Urlaubsland zwischen dem tiefblauen Bodensee und dem gletschergrünen Lech stimmen Klischee und Wirklichkeit ausnahmsweise mal überein.



Ein wahrhaft königlicher Anblick:
Schloss Neuschwanstein, das Wahrzeichen des Allgäus, thront auf einem steilen Felsstück (erbaut von 1869 - 86), der wahr gewordene Traum vom Märchenkönig Ludwig II. Und die Legende lebt! Im Musical-Theater Neuschwanstein lebt der Märchenkönig wieder auf, um aber noch in der gleichen Vorstellung wieder im Wasser des Starnberger Sees zu versinken: "In der Schönheit liegt der Glanz, liegt der ganze Glanz des Wahren. Und ein Rätsel wird auf ewig, euch verbergen, wer ich bin...". Wenn auch die Handlung des Musicals sehr "frei" nachempfunden sein mag - eines ist an diesem Stück, das täglich viele Besucherinnen und wohl auch manchen Besuchern zu Tränen rührt, echt: der Schausplatz. Denn das Musical-Theater, unmittelbar am Ufer des Forggensee in Füssen gelegen, liegt in Sichtweite von Schloss Neuschwanstein. Damit hat das südliche Ostallgäu, neben den Königsschössern Neuschwanstein und Hohenschwangau und der Wallfahrtskirche St. Coloman, einem barocken Juwel, eine weitere Touristenattraktion, die weit über die Grenzen des Allgäus hinaus von sich reden macht.

Und wenn wir gerade beim Thema Kultur sind: die Schätze des Barock und Rokoko sind über das ganze Allgäu verteilt. Nicht weit entfernt von den Königsschlössern und dem Musical-Theater: die weltberühmte Wieskirche bei Steingaden. Ebenso berühmt durch eine der schönsten Klosteranlagen in Deutschland: die Basilika in Ottobeuren im Unterallgäu, deren barocke Pracht einem fast den Atem nimmt. Weitere "Pracht"-bauten: die Wallfahrtskirche Maria Steinbach unweit von Illerbeuren sowie die Klosterkirche der Dominikannerinnen in Bad Wörishofen, beide ebenfalls im Unterallgäu gelegen. Und die "Allgäu-Metropole" Kempten wird von einer gewaltigen, 42 Meter hohen Kuppel sowie den beiden Türmen der Sankt-Lorenz-Basilika überragt.

In Bad Wörishofen und Ottobeuren gibt es nicht nur Prachtbauten zu besichtigen, sondern hier wird die Lehre des "Wasserpfarrers" Sebastian Kneipp hochgehalten. Aber nicht nur dort, auch in anderen Orten des Allgäus wie in Bad Grönenbach (Unterallgäu), Hindelang und Oberstdorf (beide Oberallgäu) wird auf die Lehre des Naturheilers Kneipp, der einst in Bad Wörishofen wirkte, zurückgegriffen. Und in Oberstaufen gibt es die berühmten Schrotkuren

Das Paradies für Wanderfreunde: das Allgäu. Mit allen Schwierigkeitsgraden, ob flach oder steil, alles ist hier möglich. Viele machen gar daraus ein mehrtägiges Urlaubsprogramm. Ein "echter" Klassiker: "Über die Nagelfluhkette", bei dem es sechs Tage lang über Gipfel und Grate vor dem eindrucksvollen Panorama des Allgäuer Hauptkamms geht. "Rund um den Hohen Ifen" ist eine genussreiche Höhenwanderung, die in sieben Tagen vom benachbarten Kleinwalsertal über den Bregenzer Wald zum Gottesackerplateau führt. Den "Ostallgäuer Höhenweg" kann in fünf Tagen bewältigt werden, er führt von Hindelang nach Halblech, also vom Ober- ins Ostallgäu.
Aber man muss ja nicht gleich bei mehrtägige Wanderungen ganz verausgaben. Tolle Panoramablicke bietet der sog. "Wächter des Allgäus", der 1738 Meter höhe Grünten bei Sonthofen, der recht bequem zu erklimmen ist. Herrliche Aussichten bietet auch der "nur" 1452 hohe Mittag, der bei Immenstadt am Großen Alpsee aus der grünen Landschaft ragt. Auf diesen Berg kann man sich übrigens mit einer Seilbahn hinauftragen lassen. Wer noch höher hinauf möchte, der findet im "Bergdorf" Oberstdorf die besten Voraussetzungen, ebenfalls mit Seilbahnen als "Aufstiegshilfe": das Nebelhorn (2224 Meter) und das Fellhorn (2038 Meter) lassen jeden Bergfreund ins Schwärmen geraten.

Hier nun ein paar Touren.....................

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Der Königsweg. Auf den Hochvogel
Tour:
Bergwanderung der Extraklasse, sowohl landschaftlich wie auch sportlich.
Anspruch: sehr gute Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit (nicht familientauglich).
Dauer: zwei Tage (Hütten/Zelt-Übernachtung) oder sehr sportliche Tagestour.
Beste Zeit: Hochsommer, Herbst.
Allgäu2
Den Beinamen »König der Allgäuer Alpen« trägt er zu recht, jener markante Felskoloss, der die Gipfel des Allgäus nach Süden, zum österreichischen Lechtal hin abgrenzt. Hochvogel heißt er übrigens nicht nur so zum Spaß. Wie ein Adler, der seine Schwingen jeden Moment zum Flug ausbreitet, so beeindruckt er den Betrachter von Norden. Touren auf den 2593 Meter hohen Gipfel gibt es im wesentlichen zwei. Von der Allgäuer Seite aus startet man im urigen Ort Hinterstein (vom Tiroler Lechtal aus geht's auch: 1500 stramme Höhenmeter, Start in Hinterhornbach). Eine autofreie Straße führt von Hinterstein zum Giebelhaus, eine Stunde Fußmarsch. Die Strecke ist auch für Radler ideal. Wer's noch gemächlicher angehen lassen will (zum Austoben gibt's später noch genug Gelegenheit), der kann es sich erst mal im Bus zum Giebelhaus gemütlich machen. Ab hier wird's aber ernst, der Weg wird steiler. Zunächst auf Asphalt, später auf einem gut markierten Pfad folgen wir dem Wegweiser in Richtung Prinz-Luitpold Haus. Durchs wildromantische Bärgündele erreicht man bald die obere Bärgündelealpe (1476 m). Super Sportler »machen« den Hochvogel übrigens an einem Tag, für »Otto-Normaltrekker« reicht der Anstieg zum Prinz-Luitpold-Haus auf 1846 Metern fürserste aber dicke. Wer Matratzenlagern nichts abgewinnen kann, schlägt sein Zelt an einem kleinen See wenige Meter unterhalb der Hütte auf. Von hier aus ist der Weg zum »König« in drei Stunden gut zu schaffen. Aber Vorsicht: Ungeübte sollten sich das lieber nicht zumuten - schwindelfrei muss man außerdem sein. Zum Gipfel gibt's zwei Alternativen: einmal den Standardweg über die Kreuzspitze (2367 m) mit einer Drahtseilsicherung im oberen Abschnitt. Oder aber man nimmt die Abzweigung zum »kalten Winkel«. Der macht seinem Namen alle Ehre: fast immer liegt in dem nordseitigen Kar noch Schnee - auch im Hochsommer. Die beiden Wege treffen sich an der Kaltwinkelscharte wieder (2282 m) - kurz vor dem schönsten Abschnitt der gesamten Strecke: In steilen, teils etwas brüchigen Stufen, steigt man in etwa einer Stunde auf den Gipfel und genießt dort das gigantische Panorama.

Tour in Kürze:
Ausgangspunkt. Hinterstein, Einkehrmöglichkeiten.- Giebelhaus, Prinz-Luitpold-Haus, Dauer: ein bis zwei Tage,' höchster Punkt. Hochvogel (2593 rn), Hohendifferenz: ca. 1500 Meter ab Hinterstein. Alternative, Mit dern Mountainbike übers Giebelhaus bis zum Ende der Asphaltstraße im Bärgündele (ca. 1, 5 Std. von Hinterstein). Dann zu Fuß weiter über das Prinz-Luitpold-Haus.


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Fahrrad-Tour / Rund um die Nagelfluh

Tour:
Radrunde von Highlight zu Highlight.
Anspruch: sportliche Berg- und Talfahrt, für Kinder zu anstrengend.
Dauer: Stramme Tagestour, 6-8 Stunden, 80 km.
Beste Zeit: Frühling bis Herbst.
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Wer das Allgäu mit dem Radl erkunden möchte, der hat die Qual der Wahl. Zahllose Wege und Forststraßen gibt es hier - fast möchte man meinen, die Gegend sei eigentlich nur für Radler geschaffen worden. Dass man Schotterpisten im Allgäu mit der Lupe suchen muss, ist für eine Gebirgsregion ungewöhnlich, nahezu jeder Weg hat eine Asphaltdecke. Grund: die vielen abgelegenen Alpwege zu den Hütten lassen sich so besser pflegen und befahren. Den Radlern kann's recht sein. Sie müssen nach verkehrsarmen Strecken nicht erst lange suchen. Ein Geheimtipp ist die Tour rund um die Nagelfluhkette. Vom Streckenprofil her eher anspruchsvoll, ist die Runde ideal für eine ausgedehnte Tagestour. Los geht's im urigen Gunzesrieder Tal. Wer aus einer dichtbevölkerten Gegend kommt, dem wird die Abgeschiedenheit Balsam auf der Seele sein. Das »Gunzesried«, ist ein idealer Zufluchtsort, wenn am Wochenende Heerscharen von Tagestouristen im Oberallgäu einfallen. Wer K niebundbehosten Rucksackträgern ausweichen will, der hat hier seine Ruhe. Wir starten am Parkplatz direkt unterhalb der Sennerei in der Ortsmitte (nach der Radltour sollte man hier unbedingt vorbeischauen - der Bergkäs' aus hauseigener Produktion ist gigantisch). Auf einer wenig befahrenen Asphaltstraße (der einzigen »Hauptverkehrsader« im Tal, nicht zu verfehlen) geht's immer leicht ansteigend in Richtung Gunzesried Säge. Der Ortsteil heißt so, weil hier ein großes Sägewerk in Betrieb ist. Naja, groß ist relativ, aber für ein Nest mit drei (oder sind's sieben?) Häusern ist die »Säge« schon recht groß, ja. Gleich hinterm Ortsausgangsschild, nach einer kurzen steilen Steigung, kommt linkerhand noch eine Alpe - vorläufig die letzte Gelegenheit, noch ein paar Kalorien zu bunkern. Ab hier geht's bergauf, dafür wird die Landschaft jetzt noch eine Spur ursprünglicher. Nach einer guten halben Stunde sind wir an der Scheidwang Alpe, mit 1316 Metern zweithöchster Punkt unserer Tour. Der Abschnitt durchs Lecknertal bis hinunter nach Bolgenach ist ein Traum. Und fast nichts los hier. Rechts plätschert ein Bach am Wegesrand, links schweift der Blick hinüber in die Berge des Bregenzer Waldes.... Die paar Kilometer auf Asphalt bis Riefensberg sind da anschließend das kleinste Problem. Der knackige Anstieg gleich hinterm Ort ist allerdings nicht von schlechten Eltern. Gut, wenn die Trinkflasche hier noch einen ziemlich hohen Pegel hat, immerhin ist jetzt gerade mal Halbzeit. Gleich hinter Hagspiel Bremsentest: rund 100 Höhenmeter sind's bis hinunter nach Stielbis. Ab der Hochgrat-Bahn können wir den Weg gar nicht mehr verfehlen: bis Immenstadt geht's eigentlich immer nur geradeaus. Gut so, denn wir haben den Blick frei für die Landschaft. Durchs Weißachtal fahren wir immer leicht ansteigend bis hinauf zur Mittelberg-Alpe auf 1368 Metern. Der Tag ist schon weit fortgeschritten und die Beine werden langsam schwer. Naja, das dürfen sie auch, denn jetzt geht's nur noch bergab bis nach Immenstadt. Über den Radweg erreichen wir Blaichach und bügeln jetzt nur noch die letzten zwei Kehren nach Gunzesried platt.

Tour in Kürze:
Ausgangspunkt: Gunzesried, Einkehrmöglichkeiten: Scheidwang Alpe, Mittelberg Alpe (nur im Sommer). »Nur« 80 km, dafür aber satte 1400 m Höhendifferenz, höchster Punkt: Mittelberg Alpe (1368 m). Steile Anstiege, stellenweise Schotterwege, daher MTB oder Trekkingbike sinnvoll.


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Blickfang: Die Hörnertour

Tour:
Schönste (und beliebteste) Panorama-Wanderung des Allgäus.
Anspruch: leicht, nach Gusto & Kondition variabel, voll familientauglich.
Dauer: Tagestour.
Beste Zeit: ganzjährig (im Winter beliebte Skitour; auch Schneeschuh-geeignet).
Hörner Tour
Die Hörnertour oberhalb des Illertals ist ein Prachtstück! Erstens kann man sie im Sommer wie im Winter machen - das Tollste aber: auf dem Höhenzug über Ofterschwang hat man die gewaltige Kulisse der Allgäuer Alpen ständig vor der Nase. Das Panorama ist wirklich einzigartig, besonders, wenn man die Strecke von Norden nach Süden zurücklegt - dann sind die Zweieinhalbtausender rund um Oberstdorf immer zum Greifen nah.
Im Sommer empfiehlt es sich, in Bihlerdorf zu starten. Ein paar Meter weiter oben, vom Allgäuer Berghof aus (Anfahrt über das Gunzesrieder Tal), kann man zwar auch loslaufen, aber dann verpasst man einen besonders schönen Abschnitt, der grandiose Aussichten bietet und zudem kaum begangen wird. In der Nähe der Bihlerdorfer Kapelle beginnt unser Weg gleich links hinter einem alten Bauernhof. Linker Hand gurgelt ein Bach, während wir unter dichtem Baumbestand bergauf gehen. Nach zehn Minuten Augen auf: hier steht das erste Hinweisschild mit der Aufschrift »Hörnertour«. Wir folgen dem schmalen Pfad durch eine Sumpfwiese und müssen wenig später in einem Hochwald genau aufpassen. Die Markierungen an den alten Fichtenstämmen sind kaum zu erkennen, und ohne sie wäre man hier echt aufgeschmissen. Über Weidewiesen mit prächtigem Ausblick ins Tal und zum Allgäuer Hauptkamm wandern wir bergauf bis zu einer Asphaltstraße (das ist die, auf der man mit dem Auto auch bis zum Aligäuer Berghof fahren könnte - siehe Tour in Kürze). Jetzt wird's steiler. Wer kann, der sollte die Tour dann machen, wenn alle anderen arbeiten. Am Wochenende ist hier nämlich der Bär los. Ganze Heerscharen bevölkern den gut ausgebauten Weg - kein Wunder, bei der Aussicht! Zunächst auf einem Wirtschaftsweg, später auf einem schmalen Bergpfad geht es immer leicht ansteigend in Richtung Weiherkopf, dem Hausberg der kleinen Ortschaft Bolsterlang. Und weil die Tour eben »Hörnertour« heißt, kann man im Vorbeigehen einige »Hörner« (Berge) oberhalb des Illertals besteigen. Als da wären: Ofterschwanger Horn, Sigiswanger Horn, Rangiswanger Horn. Alle drei liegen im Bereich zwischen 1400 und 1600 Meter und lassen sich bequem in die Strecke einbauen. Ob man zuerst auf den Weiherkopf steigt und beim Rückweg noch die Hörnergipfel mitnimmt, oder umgekehrt, ist Geschmacksache.

Tour in Kürze:
Ausgangspunkt. Bihlerdorf (oder Allgäuer Berghof oberhalb von Gunzesried. Umgekehrte Richtung ebenfalls möglich, Start dann in Bolsterlang unterhalb des Weiherkopfs),- Einkehrmöglichkeiten. Allgäuer Berghof, Alpe Oberegg, Alpe Fahnengern (nur im Sommer). Höchster Punkt. Weiherkopf (1665 m),- Höhendifferenz. ca. 600 bis 1000 Meter

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Wandern um den Elfer

Tour:
Traumhafte Bergwanderung mit Hochalpen-Feeling.
Anspruch: gute Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit (nicht familientauglich).
Dauer: Tagestour.
Beste Zeit: September/Oktober.

Wanderungen gibt's im Allgäu hunderte. Ob Klettersteig, mehrtägige Hüttentour oder gemütlicher Wiesenspaziergang - alles da. Die schönste, weil unglaublich abwechslungsreich und landschaftlich eine Wucht, ist ein Siebenstundentrip rund um Elfer, Zwölfer- und Liechelkopf. Naja, ist nicht mehr ganz Allgäu, aber schließlich gehört das Kleinwalsertal zumindest vom Gebirge her eindeutig mit dazu. Los geht's im Wildental oberhalb von Mittelberg. Vom Parkplatz am Gasthaus Schwendle führt der Weg erst mal durch ein kühles Waldstück. Doch gleich dahinter gibt's Panorama pur: Ab der Wies-Alpe kann man über die Giganten ringsum nur noch staunen. Wenig später gabelt sich der Weg, wir halten uns rechts. Vor dem Felsabbruch unterhalb des Elferkopfes staunt man erst mal: da geht's rauf? Unvorstellbar! Das schafft höchstens ein Pavian! Es geht aber doch (auch ohne Affenarme) in Serpentinen finden wir unseren Weg durch die Latschenkiefern. An der hinteren Wilden Alpe auf 1777 Metern ist gut rasten. Das sollte man auch ausnützen, denn gleich folgt ein steiler Anstieg hinauf zur Mindelheimer Hütte. Die sehen wir aber erst, wenn wir die Felsstufen unterhalb des Kemptener Kopfes hinter uns haben. Steil ist es hier, ein bisschen ausgesetzt und nichts für Greenhorns -schwindelfrei sollte man schon sein. Dafür warten auf der Mindelheimer Hütte (2058 m) Brotzeit und bombastische Aussicht. Hier ist unser Wendepunkt. Ab jetzt geht's tendenziell bergab. Der Weg hinunter durchs Gemsteltal ist die Attraktion überhaupt: Im oberen Abschnitt haben wir den markantesten Gipfel weit und breit direkt vor der Nase, den Widderstein (2536 m). Kurz vor unserem Ausgangspunkt bei Mittelberg kommt dann noch ein absolutes Highlight: auf einem schmalen Steig bewegen wir uns oberhalb einer vielleicht 80 Meter tiefen Schlucht. Wer da hinunterschaut, kann der Versuchung garantiert nicht widerstehen, in diesen Abgrund mal runterzuspucken. Zum Glück ist für ängstliche Gemüter ein solides Seil im Fels verankert (damit sie vor lauter Begeisterung nicht gleich hinterherfliegen). Das Gasthaus Schwendle erreicht man dann am günstigsten wieder über den Weg, der rechts der Breitach verläuft.

Tour in Kürze:
Ausgangspunkt: Gasthaus Schwendle bei Mittelberg; Einkehrmöglichkeiten: Gasthaus Schwendle (ganzjährig), Wies-Alpe, Flucht-Alpe, Mindelheimer Hütte (nur im Sommer). Höchster Punkt: Mindelheimer Hütte (2058 m), Höhendifferenz ca. 1000 m. Alternative: der Trip über die hintere Wilden-Alpe auf den Elfer ist ein Genuss für Skitourengeher allerdings auch lang und schwer nur was für Schneekönige. Mit Schneeschuhen ist man im Wildental gut aufgehoben.


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Traumrunde: Lechtal & Co.

Tour:
Wunderbare alpine Radreise via Bregenzerwald und Lechtal.
Anspruch: anstrengende Passfahrten, aber bei genug Zeitreserve auch familientauglich.
Dauer: Ein bis vier Tage, 200 km, 2000 Höhenmeter.
Beste Zeit: Juni; September/Oktober.
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Drei oder vier Tage im Sattel? Wer da Vorfreude verspürt, sollte mal die Lechtalrunde versuchen. In der einheimischen Radlerszene gilt die Tour über Hochtannberg und Gaichtpass als echte Nagelprobe für jeden, der den Mund am Stammtisch zu voll genommen hat - wer die gut 200 Kilometer an einem (!) Tag schafft, erhält die höheren Weihen. Aber keine Sorge, als Mehrtagestour macht's mindestens genausoviel Spaß.
Los geht's in Sonthofen, dann die Iller entlang (wer möchte, kann alternativ dazu auch eine von mehreren Möglichkeiten durch die kleinen Ortschaften am rechten oder linken illerufer versuchen). Kurz vor Fischen überqueren wir den Fluss und radeln in Richtung Freibad/Tennishalle. Über einen Wirtschaftsweg erreichen wir Ried und nach zwei Kehren Obermaiselstein. Von hier zum Hirschsprung (einem markanten Felsdurchbruch nahe der Sturmannshöhle - kann man besichtigen) ist es nur ein Katzensprung. Ab Tiefenbach sind Radler dann wieder fast unter sich: Der Weg durchs Rohrmoos darf von Autos nur gegen Maut bis zur gleichnamigen Gastwirtschaft befahren werden. Dahinter ist Niemandsland - keine Luftverpester, kaum Wanderer, dafür irrsinnige Landschaft, Natur pur, Ruhe und Einsamkeit. Wir rasten an der Wasserscheide, zwischen Nordsee und Schwarzem Meer, sozusagen. Auf einem autofreien Sträßchen radelt man unterhalb der Gottesackerwände in Richtung Sibratsgfäll. Wegen eines Erdrutsches muss man stellenweise schieben. Linker Hand die Berge des Bregenzer Waldes schlängelt sich unser Weg durch Blumenwiesen entlang eines Bergrückens - und das schönste: es geht fast immer leicht bergab. Noch... Bis Andelsbuch erst mal die Luft anhalten! Auto- und Motorradfahrer genießen hier auch ganz gerne die schöne Gegend. Doch dann wird's besser - viel besser sogar: die gut 20 km bis Schoppernau führen Radwege entlang der Bregenzer Ache. Vor dem Hochtannbergpass dann nochmal Wasserflasche füllen und Kalorien nachschieben: die 800 Höhenmeter sind kein Pappenstiel und leider auch nicht autofrei. Dafür wird's ab Warth wieder idyllisch. Nach der rasanten Abfahrt ins Lechtal rollt man auf den Radwegen rechts und links des Flusses nach Weißenbach. Am Nachmittag hat man zwischen Steeg und Weißenbach übrigens fast immer Gegenwind (wer andersrum fährt, dem bläst's in den Buckel - dafür geht's dann aber immer bergauf ... ). In Weißenbach folgen wir dem span style=/strongfont-size: 10pt;Hinweisschild nach Sonthofen - nur noch den Gaichtpass, und wir sind auf den traumhaften Radwegen des Tannheimer Tals. Am Talschluss hinter Schattwald saugt uns der kurze Anstieg nach Oberjoch endgültig die letzten Körner aus den Beinen. Jetzt nur noch Deutschlands schönste Passstraße runterkullern und wir »haben fertig«.

Tour in Kürze:
Ausgangspunkt: Sonthofen. Einkehrmöglichkeiten: Zahlreiche Gasthäuser an der Strecke,- Campingplätze: Sonthofen, Lingenau, Egg, Holzgau, Häselgehr, Haldensee, Grän, Oberjoch. Traumhafte Radwege an der Bregenzer Ache, im Lechtal und Tannheimer Tal,- drei längere Anstiege, auf den Pässen im Hochsommer viel Verkehr Höchster Punkt: Hochtannbergpass (1658 m),- Höhendifferenz ca. 2000 m,

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Weitere Infos

Das Allgäu,

zwischen Lechtal und Bodensee den Alpen vorgelagert, gliedert sich grob in drei Teile, abgedeckt durch die Landkreise Lindau (Westallgäu), Ostallgäu (Füssen, Pfronten, Nesselwang) und Oberallgäu. Das Oberallgäu mit seiner »Hauptstadt« Sonthofen (ca. 14.000 Einwohner) ist der südlichste Landkreis Deutschlands. Dazu zählt außerdem die Region um Isny und Leutkirch, das württembergische Allgäu. Landschaftlich ist das Allgäu ungemein vielfältig, von mild bis wild ist für jeden Outdoorer und Naturliebhaber etwas dabei. Was aber draußen immer beachtet werden sollte: Auch die vermeintlich lieblichen Ecken des Allgäus gehören bereits zum Alpenraum - und weisen somit auch alpine Gefahren aus: Sturm, Temperaturstürze und Gewitter sind auch im Hochsommer jederzeit möglich, im Winter (Schneeschuh und Skitouren) kann Lawinengefahr bestehen. Also bitte vorsichtig sein, vor Ort informieren und die üblichen Regeln befolgen.

Infos
Tourismusverband Allgäu/Bayerisch
Schwaben, zentrale Anlaufstelle für das gesamte Gebiet, Tel: 08 21/3 33 35, Fax: 3 83 3 1. Landratsamt Oberallgäu, Tel.:
0 83 21/61 20, Tourismusverband Ostallgäu, Tel.: 0 83 42/91 13 13, Touristikverband Lindau-Westallgäu, Tel.: 0 83 82/27 01 36.
Internet: Allgemeines unter www.allgaeu.de; viele der Fremdenverkehrsorte haben einen eigenen Auftritt, z.B.
www.oberstdorf.de
.

Anreise
Auto: Aus München A 96 Richtung Lindau. Ins Ostallgäu: weiter auf der B 17
über Schongau nach Füssen; Oberallgäu: bei Buchloe von der A96 auf die B 12, an der Anschlussstelle Kempten auf die A7, nach Süden zum Autobahndreieck Allgäu und von dort weiter Richtung
Nesselwang-Wertach oder Immenstadt-Oberstdorf. Aus Norden kommend auf der A7 bis zum Autobahndreieck Allgäu. Vom Bodensee entweder über Lindau auf der B12 zum Autobahndreieck Allgäu oder über die B 308 (Deutsche Alpenstraße) nach Immenstadt und von dort auf der Bl 9 weiter bis Oberstdorf bzw. über die Jochstraße bei Hindelang ins Ostallgäu. Bahn: Zahlreiche Verbindungen über Ulm, Augsburg oder München. Fahrplanauskunft unter Tel.: 1 94 19.
Beste Reisezeit
Im Allgäu ist das ganze Jahr über Saison. Besonders reizvoll ist der Mai - auf den Bergen liegt dann zwar noch Schnee, so dass sich Aktivitäten eher auf die Talregionen beschränken. Die Kulisse ist dann aber gigantisch: blühende Wiesen und im Hintergrund verschneite Berge... Alpiner Wetterbericht: Ostalpen, Tel.: 01 90/11 60 18; Bayerische Alpen: 0 1 90/11 60 19. Oberstdorf: 0 83 22/12 20; Alpenvereinswetterbericht: 0 89/29 50 70; die TVSender Bayern3 und SWR senden morgens live-Bilder vom Fellhorn bei Oberstdorf. Bei Wintertouren vorher über Schneelage und Lawinengefahr informieren: Alpine Beratungsstellen in Füssen (Tel.: 08362/94 01 87); Hindelang (Tel.: 0 83 24/8 92 20)- Oberstdorf (Tel.: 0 83 22/70 02 00); Kleinwalsertal (Tel.: 0 83 29/58 60).
Übernachten
Zahlreiche Pensionen und Gasthöfe, außerhalb der Hochsaison auch kurzfristig zu bekommen. Auf den Alpen (Berghütten, geöffnet je nach Wetterlage von Ende Mai bis Anfang Oktober), die Wanderern Verpflegung und Unterkunft bieten, ist vorherige Reservierung immer empfehlenswert. Campingplatz-Verzeichnis beim Fremdenverkehrsverband Allgäu/BayerischSchwaben (s.o.). Besonders empfehlenswert: Ostallgäu: Camping Hopfensee, Tel.: 0 83 62/91 77 10; Bannwaldsee, Tel.: 0 83 62/8 10 01 - Brunnen, Tel.: 0 83 62/82 73; Oberallgäu: Wertach, Tel.: 0 83 65/3 75; Öschlesee, Tel.: 0 83 76/9 30 40; Insel-Camping am Niedersonthofner See, Tel.: 0 83 79/8 81; Campingplatz an der Iller bei Sonthofen, Tel.: 0 83 21/23 50; Camping Vorderboden im Kleinwalsertal zwischen Mittelberg und Baad, Tel.: 0 83 29/61 38 oder 56 96. Jugendherbergen in Füssen, Tel.: 0 83 62/77 54; Kempten, Tel.: 08 31/7 36 63; Oberstdorf,
Tel.: 0 83 22/22 25 oder -25 10. Weitere Auskünfte beim DJH-Landesverband Bayern, Tel.: 0 89/9 22 09 80.
Essen und Trinken
Wer Allgäu hört, der denkt an Kühe, Milch und Käse. Ist die Gegend doch Deutschlands erster Lieferant für Emmentaler oder Bergkäs. Würzig und ursprünglich, mit oder ohne Löcher, herb oder mild zergeht der »Käs« dem Kenner auf der Zunge. Mehl, Eier und (natürlich) Milch bilden die Grundlage für die deftigen Allgäuer Gerichte. Daraus entstehen Mehlspeisen in unzähligen Variationen: Maultaschen, Spätzle, Schupfnudeln und Knöpfle. Was muss man unbedingt probieren? Allgäuer Kässpatzen - logisch! Die besten (reichlich und super-lecker) gibt's in der Gaststätte »Zum Stift« in Kempten. Richtig gut sind sie auch in den Oberdorfer Stuben oberhalb von Fischen. Dazu schmeckt ein Bier aus einer der vielen kleinen Brauereien.
FERIEN-TIPPS
Urlaub auf dem Bauernhof: Anbietergemeinschaft Urlaub auf dem Bauernhof; Westallgäu, Tel.: 0 83 82/30 64- Kempten,
Tel.: 08 31/2 66 87 oder 1 61 55; Kaufbeuren, Tel.: 0 83 41/9 05 60; Unterallgäu, Tel.: 0 82 61/30 47; Gesamtkatalog, Tel.: 0 89/53 43 12.
Fernwanderwege im Gebiet: E 5 Oberstdorf-Meran; Maximiliansweg Lindau-Berchtesgaden; Großer Walserweg Zermatt-Kleinwalsertal; König-LudwigWeg Starnberg-Füssen; Ostallgäuer Höhenweg Nesselwang-Halblech; Lech Höhenweg Landsberg-Füssen; Prälatenweg Marktoberdorf-Kochel. Oberallgäuer Rundwanderweg: Der beschilderte, 200 Kilometer lange Rundwanderweg durch das Oberallgäu führt von Altusried (bei Kempten) über Missen, Steibis, Balderschwang, Oberstdorf, Hindelang und Wertach zurück zum Ausgangspunkt. Pauschalangebote mit Gepäcktransport und Übernachtung. Info unter Tel.: 0 83 73/70 2 1.

Bücher und Karten
Kompass Karten, Allgäuer Alpen,...
Preis: EUR 6,95
Landkarte - Kompass-Karten
ISBN: 3854910053

Mit Kindern im Allgäu. Erlebnistouren -...
nicht nur für Gipfelstürmer.
von Renate Florl
Preis: EUR 10,00
Taschenbuch - 168 Seiten -
Fleischhauer/Spohn, Bh.
Erscheinungsdatum: 1996
ISBN: 3872305301

Sport Klettern Allgäu Oberland Tirol
von Durner Günter
Preis: EUR 17,79
Gebundene Ausgabe -
165 Seiten - AM-Berg-Verlag
Erscheinungsdatum: 1. Januar 2001
Auflage: 1.Aufl.
ISBN 3980710114

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