Wandern im Dovrefjell

Wandern im Dovrefjell

Drucken
Benutzerbewertung: / 93
SchwachPerfekt 
Das Dovrefjell,  wandern in Norwegen
Einsam – wer durch das Dovrefjell wandert, ist  300 Kilometer von Oslo weg. Ob von Hütte zu Hütte oder per Zelt, man taucht tief in die Wildnis ein.
Der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark ist eine der typischen Hochflächen Norwegens. Flechten, Moos und Felsen bestimmen das Landschaftsbild, das Wetter ist rau, und selbst im Sommer kann es zu Schneefällen kommen.
Lage:
Rund 300 Kilometer nördlich von Oslo liegt der Berggasthof Kongsvoll Fjellstue, ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen ins Dovrefjell.

Beste Zeit:
Schönes Licht und besonders lange Abende erleben Sie Ende Juni, Anfang Juli. Dann ist aber noch mit hohen Wasserständen in den Flüssen zu rechnen. ACHTUNG: im Mai ist noch keine Wanderzeit.  
Sommerwetter kann den Wanderer in jedem Monat begleiten, am häufigsten aber im August. Dann sind auch die Wasserstände in den Flüssen am niedrigsten und Schneeschauer sehr unwahrscheinlich. Je nach Höhenlage geht man aber auch dann noch über Schneefelder. Ab Anfang bzw. Mitte September verwandeln beeindruckende Herbstfarben die Landschaft in einen bunten und leuchtenden Farbenteppich. Ab Anfang Oktober ist mit Schnee zu rechnen.
Möchten Sie voll belegte Hütten umgehen, starten Sie ab Mitte August. Im September kommen dann die Jäger und manchmal Schulklassen ins Fjell.
Anfahrt:
Täglich mehrere Flüge von deutschen Flughäfen nach Oslo. Von Frankfurt-Hahn zum Beispiel für 150 Euro mit Ryanair; von Frankfurt ab 300 Euro. Von Oslo aus verkehren täglich mehrere Züge mit dem Bahnhof Kongsvoll. Von Lønset aus geht zwei Mal täglich ein Bus nach Oppdal, das wiederum Anschluss an den Zug zurück nach Oslo hat.
Übernachtung:
Der norwegische Wanderverband DNT (Den Norske Turistforening) betreibt im Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark Hütten in guten Abständen für Tagesetappen. Wichtig: DNT-Schlüssel holen (s. DNT-Mitgliedschaft; DNT-Mitgliedschaft über »Nach Norden«), denn die meisten Hütten sind nicht bewirtschaftet. Zelten ist im ganzen Nationalpark problemlos möglich; überall entlang der gut markierten Pfade (Steinmännchen) finden sich Fleckchen mit Moos und Flechten für einen weichen Zeltplatz. Nachbarn muss man auch kaum fürchten. Proviant mitnehmen; erst in Lønset gibt es einen Supermarkt, der einen mit allem versorgt, was man nach einer Woche dringend essen möchte.
.
Info:
Offizielles Tourismusbüro: Visitnorway.com, P. O. Box 448 Sentrum, 0158 Oslo, Tel. 0047/22002500.
DNT-Mitgliedschaft: Den Norske Turistforening, Youngstorget 1, 0181 Oslo, Tel. 0047/40001868.
Viele Rabatte auf den DNT-Hütten. Mitglieder können außerdem einen Schlüssel für die nicht bewirtschafteten DNT-Hütten beantragen.
DNT-Büro in Deutschland: Nach Norden, Drostestr. 3, 48157 Münster, Tel. 0251/324608,
www.huettenwandern.de

Tipp:
Rund 500 Meter von der Dindalshytta (Schlüssel nötig!) liegt ein uriges Café, der Hof Uvssætra. Hier gibt es neben Waffeln mit Marmelade auch traditionelle norwegische Speisen wie Rømmegrøt og Spekemat, einen gehaltvollen Brei aus Mehl und saurer Sahne, serviert mit geräuchertem Schinken, zerlassener Butter und Knäckebrot.

1. Tag:
Kongsvoll Fjellstue – Reinheim
16 Kilometer, 5 Stunden, 530 Höhenmeter bergauf, 80 Höhenmeter bergab
Die erste Etappe führt recht sanft in die Kargheit des Fjells ein. Von der Kongsvoll Fjellstue, wahlweise auch vom Kongsvoll-Bahnhof aus, schlängelt sich der Pfad durch Birken auf die Hochfläche. Danach immer den Steinmännchen nach ins weite Tal Stroplsjødalen hinein. Die Wege sind hier noch sehr breit und eher gerade. Zur linken Hand mäandert der Bach Kaldvella durch das Tal, mitunter in recht breitem Bachbett und hurtig. Parallel zu ihm wandert man auf die Snøhetta zu, mit 2286 Metern der höchste Berg des Dovrefjell. In ihrer Nähe schmiegt sich die urige Hütte Reinheim in eine Senke.

2. Tag:
Reinheim – Åmotsdalshytta
12 Kilometer, 6 Stunden, 950 Höhenmeter bergauf, 980 Höhenmeter bergab
Ja, man kann die Snøhetta auf dem Weg zur nächsten Hütte auch auslassen. Das sollte man aber nur bei schlechtem Wetter tun und den Weg an ihrem Fuß entlang wählen (10 km, 3 Std., ca. 250 Hm Auf- und Abstieg). Wer auf das Dach des Dovrefjell will, folgt ab dem Reinheim den Hinweisschildern zu einem ausgedehnten Geröllfeld. Der Pfad schlängelt sich gut sichtbar durch die Steine hinauf. Den Abzweig nach Snøheim links liegen lassen und nach rechts auf ein Plateau. Steinmännchen und später Eisenstangen leiten auf den Gipfel mit einer militärischen Radiostation. Mit ein bisschen Glück sieht man von oben bis ins Rondane-Gebirge im Südosten oder nach Trollheimen im Norden. Über den Kamm führt der Weg dann hinab und steil rechts hinunter. Eine kurze Bachquerung, und schon trifft man unten auf die anderen Wege, die von Reinheim heranführen. Der breite Pfad zur Åmotsdalshytta sorgt für einen gemütlichen Ausklang der Gipfelbesteigung.

3. Tag:
Åmotsdalshytta – Gammelsetra
22 Kilometer, 8 Stunden, 400 Höhenmeter bergauf, 900 Höhenmeter bergab
Gleich mehrere Seen stehen auf dieser Etappe auf dem Programm: Direkt nach der Åmotsdalshytta quert man den Bach am Åmotsvatnet, dann steigt man zum Langvatnet auf, überschreitet einen Kamm und betritt danach eine weite Wasserlandschaft, das Urdvassbecken. Kurze Auf- und Abstiege, die ein oder andere Bachquerung und weitere Seen runden die Wasseretappe ab, bis der Weg ab der Hütte Rypheim sich in eine sanfte und grüne Almenlandschaft absenkt. Durch Birkenwald und auf Wirtschaftswegen zur Gammelsetra.

4. Tag:
Gammelsetra – Lønset
21 Kilometer, 6 Stunden, 200 Höhenmeter bergauf, 500 Höhenmeter bergab
Auf breiten Wegen geht es durch grüne Wiesen und Birkenwald. Über den See Veggavatnet und an seinem Ufer entlang zur Hütte Fjellheim. Der sumpfige Talboden führt bergan an Weiden vorbei zur Dindalshytta. Über einen immer breiteren Wirtschaftsweg, ein paar Abstecher durch den Wald und ein Stück Straße wandert man nach Lønset.

 

Copyright © 2001-18 bei Outdoor-Aktiv.com